Geschichte der Manufaktur und Herstellung von Glasfiguren und Glastieren

Glasfiguren kennt jeder, die Einen filigraner als die Andern und trotzdem in jeder Form singulär und grazil. Es gibt Sie in jeglicher Ausführung und Art der Farbgebung. Die Herkunft und die Herstellung ist so einzigartig wie die Glasfiguren an sich. Diese Thematik widmen wir uns heute in diesem Blog und erforschen die Geschichte und Anfertigung von Glastieren und Figuren.

Die Anfänge der mundgeblasenen Glasherstellung geht bis in das Jahr 1.000 n.Chr. zurück. Damals konnten neben der Herstellung von Butzenscheiben, kreisförmige, handtellergroße Glasstücke für die Verglasung von Fenstern, auch Zylinder geblasen werden, welche flach ausgewalzt wurden. Unebenheiten, Einschlüsse im Glas und Schwankungen der Dicke waren unabdingbar zu dieser Zeit. Früher wurden Glasplatten in Gussverfahren produziert für die Fertigung von hochwertigen Gläsern.

Die Glastradition hat ihre Anfänge in Venedig gefunden und stand in Verbindung mit dem Handel mit byzantinischer (oströmische Reich) Glaserzeugnisse, die schon im 10. Jahrhundert in Europa importiert und exportiert wurde. Durch archivgeneriertes Wissen lässt sich zurückverfolgen das sich die ersten registrierten Glasmacher, auch „Flaschner“ gennant, um das 11. Jahrhundert befanden. Im 15. Jahrhundert wurde das Geheimnis der Glasfärbung von Angelo Barovier gelüftet und erstmals“glasklares“, umtrübes Glas in Europa herstellte. Über die Zeit wurden viele neuen Techniken entwickelt (wie Scavo, eine Technik bei der antike Gegenstände in Form und Oberflächenstruktur nachgestellt werden). Insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Glaskunst, so wie wir Sie jetzt kennen, geprägt. In folge dessen war im 20. Jahrhundert der Höhepunkt der Glaskunst, da das Bewusstsein dieser Kunst in dieser Zeit zunahm.

Heutzutage werden Glasfiguren hauptsächlich durch bunte Glasstäbe gefertigt, welche vorher in der „Glashütte“ gezogen werden. Als Inspiration der Glasfiguren und Glastiere nutzen viele Glasbläser die Natur. Dabei unterscheidet sich die Beschaffenheit des Glases grundlegend zu dem der Flaschen und Gebrauchsgläser. Bei der Fertigung von Glasfiguren und Glastieren wird meistens Glas auf Basis von Quarzsand und diverse Weichmachern wie Soda oder Pottasche, sogenanntes Weichglas, genutzt. Die Weichmacher sind für die längere Bearbeitung des Glases in der Flamme notwendig, ohne spröde oder glanzlos zu werden. Durch das erhitzen der Glasstäbe in der offenen Flamme wird das Material geformt. Dabei wird viel Fingerspitzengefühl und Ruhe benötigt um die Glasfiguren oder Glastiere genau formen und blasen zu können.

Variationen wie Glasblumen zur Deko, Glastiere (Hunde, Katzen, Pferde, exotische Tiere) in jeglichen Größen oder besondere Anfertigungen wie Windlichter oder Wasen begleiten die Glaskunst auf Ihrem Weg. Das Verständnis der Natur und das Widerspiegeln der Sicht auf die Einzigartigkeit unserer Umwelt formt die handangefertigte und mundgeblasene Glaskunst. Abstrakte Glasfiguren und ausgefallene Glasanfertigungen erweitern das Kunstfeld und machen das Handwerk zu einer sehr interessanten und faszinierenden Dekorationsmöglichkeit.

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